Wandelherz | Besser leben Katholische Verbände bewegen

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Wandelherz: „Prüfen Sie Ihre innere Haltung.“

Clemens Olberding spricht.

© Offizialat/Hörnemann

Clemens Olberding sprach als Vorsitzender des Komitees Katholischer Verbände bei der Eröffnung und startete die Bewegung Wandelherz-Besser Leben.

25 katholische Verbände unterstützen besseres Leben für alle

Am heutigen Sonntag, dem ersten Fastensonntag, starteten die Katholischen Verbände im Offizialatsbezirk Oldenburg die Bewegung Wandelherz – Besser Leben. Rund 500 Gläubige feierten den Auftaktgottesdienst in der Lohner St. Josef-Kirche, anschließend luden die Veranstalter zu lokal und fair produzierter Suppe ins Pfarrheim ein.

Zu Beginn des Gottesdienstes verdeutlichte Prälat Peter Kossen das Anliegen der Wandelherz-Bewegung. „Sein Herz wandeln: weg von Geiz, Habsucht und Rücksichtslosigkeit hin zu Gerechtigkeit, Maß und Rücksichtnahme – dazu laden die katholischen Verbände im Oldenburger Land alle Menschen ein, deren Herz noch nicht zu Stein geworden ist“, betonte Kossen.  Bewahrung der Schöpfung, Menschen als Arbeitnehmer oder Produktionsfaktor, Hunger in Burkina Faso, nicht zuletzt auch das Verteilungsproblem der Welt seien Dimensionen, die einen Herzenswandel notwendig machten.

„Alle sollen leben können! Die Welt mit ihren Kräften ist allen geschenkt. In Wirklichkeit leben wenige auf dem Rücken von vielen. Das wollen wir ändern, und wir fangen bei uns selbst an: Wo kann ich achtsamer werden für die Konsequenzen meines Lebensstils?“, fragte der Priester. „Wieviel Konsum nehme ich für mich in Anspruch? Was ist er mir wert? Wer zahlt meine Rechnung wirklich?“  Maßlosigkeit und Gier hätten auch in der Region zu schweren sozialen, ökologischen und ökonomischen Verwerfungen geführt.

„Massive soziale Missstände und große Ungerechtigkeiten in unserer direkten Umgebung haben uns die Erkenntnis gebracht, dass die innere Haltung eines Menschen sein konkretes Verhalten beeinflusst“, sagte Clemens Olberding beim Empfang. Als Vorsitzender des Komitees Katholischer Verbände im Oldenburger Land spricht er für rund 45.000 Mitglieder in 25 Verbänden zwischen Damme und Wangerooge.  „Ist die innere Haltung vom puren Gewinnstreben oder Geiz geprägt, dann geht der Mensch für seinen Vorteil letztlich sogar über soziale Leichen.“ Dem gelte es entgegenzusteuern, verdeutlichte Olberding die Motivation zur Wandelherz Bewegung.

„Wir laden alle Menschen ein, ihre eigene innere Haltung zu überprüfen und das Verhalten so zu wandeln, dass daraus für alle Menschen mehr Lebensqualität und soziale Verantwortung entsteht.“ Olberding animierte,  Konsumgüter auf ihre Notwendigkeit, Produktionsweise und Transportbedingungen zu hinterfragen. „Werden Sie, Ihr Verband, Ihr Verein, Ihre Nachbarschaft und … unsere Verbündeten im Streben nach einer faireren Welt“, rief der Löninger auf und startete damit die Bewegung Wandelherz – Besser Leben. 

Wie das funktionieren kann, verdeutlichten vier Verbandsvertreter. Der Malteser Hilfsdienst verstehe die Wandelherz-Bewegung als attraktive Einladung, zerstörerische Haltungen zurück zu lassen und gute stärker auszuprägen, im Sinne eines Persönlichkeitstrainings. „Wandelherz zielt auf die Ursache der Not, statt auf ihre Folgen“, sagte Stephan Grabber, der als Malteser Mitglied des Verbändekomitees ist. Mechtild Bothe von der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd), berichtete, dass ihr Verband einen bewussten Umgang mit Ressourcen anstrebt. „Durch Nachhaltigkeit wollen wir Kindern und Enkelkindern eine gute Zukunft bieten“, sagte sie. Franz-Josef Kröger, Diakon der Kirchengemeinde St. Gertrud in Lohne beteiligt sich mit einem Stand auf der Lohner Gewerbeschau an der Bewegung. „Ich mache mit, weil ich die Veränderung von Produktionsbedingungen und Konsumverhalten für erforderlich halte“, erklärte Kröger.  „Ich mache bei Wandelherz mit, weil ich mit Autofasten die eigene Mobilität und den Umgang mit der Schöpfung in den Blick nehme“, kündigte Markus Schmiegelt für die Junge Gemeinschaft (JG) einen autofreien Sonntag und Fahrradgottesdienst am 6. März in Vechta an.

Johannes Hörnemann